kunst am bau kernchemie (2024)

Fritz-Straßmann-Institut
für Kernchemie der JGU Mainz
walk the line – change the view

derzeit in Bearbeitung. Fertigstellung ca. 2024

 

„walk the line – change the view“

Der Schriftzug „Ba“, der einer handschriftlichen Aufzeichnung von Fritz Straßmann entspricht, empfängt die Besucher. Über dem Eingangswinkel steht er in drei Meter Breite in leuchtenden Neonbuchstaben aus mundgeblasenen Glasröhren. Das Zeichen symbolisiert das Element „Barium“, das Fritz Straßmann chemisch analysierte und damit die Kernspaltung bewies.

„Der wußte Bescheid“, war sein handschriftlicher Kommentar in Sütterlinschrift in einem Albumblatt auf ein Wilhelm-Busch-Gedicht und ist nun zu Ehren des Chemikers in verschiedenen Größen (bis zu 50 cm lang) und an unterschiedlichen Orten im Gebäudeinneren als Folienschrift auf Glas und Beton zu finden.

Das Originalblatt wird gerahmt und wird im Institut hängen.

Nach einem kurzen Prolog durch den Windfang des Eingangsbereichs betritt man einen 25 m langen Glasboden, der von unten mit 27 LED-Streifen – quer zur Laufrichtung – erleuchtet ist. Über diesen Boden ziehen sich unzählige, farbig gedruckte Linien. „Walk the line“ lädt ein, dieser Spur zu folgen, die sich zu einem farbigen Teppich aus unzähligen Diagrammen der Kernchemie und Phantasiediagrammen verdichtet und in verschiedene Räume führt.

Der Glasboden zieht sich noch ca. 6 m weiter hinaus in den Gartenbereich. Er erhält hier die Anmutung eines kleinen Sees von dem aus die Schwäne des Künstlers Adam Antes (Kunst am Bau aus den 60er Jahren) zu starten scheinen.

Wenn Ideen „Flügel“ erhalten, sich also erheben und ausbreiten können, dann haben zuvor Menschen gewissenhaft eine Spur verfolgt. Ein Perspektivenwechsel ist bei aufkommenden Fragen stets hilfreich, will man zur Erkenntnis gelangen. Zum Beispiel, wenn man – wie Fritz Straßmann – das entscheidende Rätsel lösen will, warum Radium nicht Radium ist, sondern Barium.

Modell: Shakti Paqué

„Der Ruhm, wie alle Schwindelware, hält selten mehr als tausend Jahre [ ] W. Busch!
Der wußte Bescheid.
Mit guten Wünschen und freundlichen Grüßen.
Fritz Straßmann. “

 

 

Begründung der Jury:

Die künstlerische Ausgestaltung „walk the line“ besetzt die einzige noch „ungestörte“ Fläche des Gebäudes, den Boden der Magistrale. Sie nimmt die Ankommenden am Eingang in Empfang und begleitet sie auf dem ganzen Weg durch das Institut bis in den Außenraum (…).

Den klaren Strukturen des funktionalen Gebäudes fügt sie eine spielerische Leichtigkeit hinzu.

Die heitere Farbigkeit der Glasfläche wird verstärkt durch eine LED-Beleuchtung. Die Arbeit kann so trotz der engen Rahmenbedingungen eine starke gestalterische und identitätsstiftende Wirkung entfalten. (…)

 

Richtfest am 09.11.2021
Richtfest_Pressemitteilung

„(…) Auch die Kunst am Bau würdigt Straßmann und seine Arbeit. Im Zentrum des Entwurfs „walk the line – change the view“ der Künstlerin Veronika Olma stehen der Schriftzug „Ba“ für Barium in der Handschrift Fritz Straßmanns über dem Vordach des Foyers und die Zerfallskurven der radioaktiven Bariumisotope, die Otto Hahn und Fritz Straßmann bei der Entdeckung der Kernspaltung analysierten. Die Zerfallskurven werden auf dem teilweise beleuchteten Glasfußboden des Foyers zu sehen sein, außerdem erhält die 2002 von der Gesellschaft Deutscher Chemiker anlässlich des 100. Geburtstags von Fritz Straßmann verliehene Ehrentafel „Historische Stätte der Wissenschaft“ ihren Platz im Eingangsbereich. Das noch erhaltene Kunstwerk „Schwäne“ des Künstler Adam Antes, ein Bronzeguss im Rahmen der ursprünglichen Bebauung, wird als Abschluss des entstehenden Lichtteppichs integriert und schlägt so symbolisch die Brücke zu dem noch von Straßmann initiierten Bau.“